Bathsheba W. Smith

Vierte Präsidentin
der Frauenhilfsvereinigung

1901–1910


 

Bathsheba W. Smith

Bathsheba W. Smith, die vierte Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung, sprach immer von drei Lieben ihres Lebens – der Familie, der Haushaltsführung und dem Herrn. Diese drei zusammen trugen sie ihr ganzes Leben hindurch.

Sie war eine hingebungsvolle Ehefrau und Mutter und wusste, dass sie das Werk des Herrn vollbrachte, und verschrieb sich deshalb dazu, ihre Familie zu stärken. Ihr Ehemann, George A. Smith, Cousin des Propheten Joseph Smith, war, als sie heirateten, das jüngste Mitglied im Kollegium der Zwölf Apostel. Er war häufig auf Mission, deswegen schrieb ihm Bathsheba oft von ihrer Zuneigung zu ihm. „Mir war, als könnte ich mir nicht mehr wünschen, als bei Dir zu sein und Deiner vollen und lieben Stimme zu lauschen, wie Du Dein reiches Verständnis mit mir teiltest“1, schrieb sie ihm einmal. Ihre Kinder waren ihr genauso lieb. „Sie erfüllten unser Heim durch Gesang mit Freude, und ihr Vergnügen war ganz meins“, hielt sie fest. „Ich war stolz auf sie und so froh, mit ihnen zu sein.“2

Darum ging Bathsheba darin auf, für sie zu sorgen. Ihre Briefe und ihre Autobiografie sind voller Beschreibungen der Hemden, Teppiche, Vorhänge, Kissen, Seifen, Läufer, Kappen, Kissenbezüge, Laken, Decken, Hauben, Socken, Windeln, Kerzen, Kleider, Schürzen und dergleichen, welche sie zum Wohl ihrer Familie anfertigte – ganz abgesehen von den Tieren, die sie hütete, den Gärten, die sie pflegte und den Kranken, die sie besuchte.3 Sie schrieb einmal, dass sie „alles getan haben, um Heimarbeit zu ermöglichen“.4

Selbstverständlich floss diese Liebe zum Zuhause und zur Eigenständigkeit auch in ihre Präsidentschaft der FHV mit ein. Ein Ergebnis dessen war die Erstausgabe einer Reihe Lektionen zur Mütterschulung, die später unter dem Titel „Mother Education“ bekannt wurde und sich auf Kindererziehung, harte Arbeit und Ehe konzentrierte.5 Außerdem wurde der Weizen der FHV mit den Indianern in Utah, Überlebenden des Erdbebens in San Francisco und Opfern der Hungersnot in China geteilt.6

Am wichtigsten war, dass es „Präsident Smith sehr wichtig war, dass Frauen geistig selbständig sind und dass die FHV dafür der richtige Ort war: ,Es ist einfach notwendig, dass sowohl Frauen als auch Männer ihr Leben lang nicht damit aufhören, eifrig nach der Erkenntnis zu forschen, die am wertvollsten ist.‘“7

Kindheit

Bathsheba Bigler Smith kam am 3. Mai 1822 in der Nähe von Shinnston in West Virginia als achtes von neun Kindern von Mark und Susannah Ogden Bigler zur Welt. Ihr Leben war eher unbeschwert, sie übte sich in Handarbeiten und Reiten auf der elterlichen, 120 Hektar großen Plantage. Aber als die Missionare 1837 zu ihnen nach Hause kamen, änderte sich alles. „Ich hörte sie predigen und glaubte an das, was sie sagten“, schrieb sie. „Ich glaubte, dass das Buch Mormon ein göttlicher Bericht war und dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war. Ich wusste durch den Geist des Herrn, den ich als Antwort aufs Gebet erhalten hatte, dass all dies wahr war.“8 Die gesamte Familie wurde bekehrt. Die Verfolgung, die nun über sie hereinbrach, veranlasste die Familie dazu, sich den Heiligen in Nauvoo in Illinois anzuschließen.

Heirat und Familie

Am 25. Juli 1841 heiratete Bathsheba George A. Smith, einen der Missionare, der ihre Familie belehrt hatte. Die beiden hatten zwei Kinder. Mit der Zeit nahm ihr Mann mit ihrer Erlaubnis fünf weitere „treue, tugendhafte und ehrenhafte junge“9 Frauen zur Frau. Darüber schrieb sie: „Ich war vollständig davon überzeugt … dass die Lehre der Vielehe von Gott stammte; und da ich bestimmt war, in die celestiale Herrlichkeit zu gelangen, wollte ich das Evangelium in seiner Fülle annehmen.“10 Sie starb am 20. September 1910.

Dienst in der Kirche

1842 war Bathsheba Smith mit 19 Jahren die jüngste Frau in der Frauenhilfsvereinigung in Nauvoo in Illinois. Sie diente zu ihrer Zeit als FHV-Präsidentin auch als Oberin des Salt-Lake-Tempels. Für sie war der Dienst im Tempel eine der wichtigsten Betätigungen.11


Anmerkungen

  1. Bathsheba W. Smith an George Albert Smith, 16. Juli 1843, in Kenneth W. Godfrey, Audrey M. Godfrey und Jill Mulvay Derr, Women‘s Voices: The Untold History of the Latter-day Saints, 1830–1900, 1982, Seite 125
  2. Bathsheba W. Smith, Autobiografie, Historisches Archiv der Kirche, Salt Lake City, Seite 38
  3. Siehe Bathsheba W. Smith an George A. Smith, Autobiografie, Seite 43
  4. Bathsheba W. Smith, Autobiografie, Seite 43
  5. Siehe Janet Peterson und LaRene Gaunt, Faith, Hope, and Charity, 2008, Seite 83
  6. Siehe Jill Mulvay Derr, Janath Russell Cannon und Maureen Ursenbach Beecher, Women of Covenant: The Story of Relief Society, 1992, Seite 165f.
  7. Sheri L. Dew, „Something Extraordinary“, Ensign, März 1992, Bathsheba W. Smith zitierend, Woman’s Exponent, Januar 1906, Seite 41
  8. Bathsheba W. Smith, Autobiografie, Seite 2
  9. Bathsheba W. Smith, Autobiografie, Seite 13
  10. Bathsheba W. Smith, Autobiografie, Seite 13
  11. Siehe Peterson und Gaunt, Faith, Hope, and Charity, Seite 84

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